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Aussendezeitpunkt: Di, 11.05.99, 17:19 *
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Balkan-Krieg:

> Neue radioaktive Bedrohungen

Neben den beruechtigten Panzergranaten aus "abgereichertem Uran"
gibt es noch andere Gefahrenquellen fuer Radioaktivitaet und
unkontrollierte nucleare Kettenreaktionen.

In der Naehe von Belgrad befindet sich zwei Reaktoren des Vinca
Institutes fuer Nuklearforschung. Der 6,5 MW-Reaktor wurde vor
mehr als 15 Jahren stillgelegt, enthaelt aber noch groeszere
Mengen an hochangereicherten Uranbrennstaebe. Weiters ist auf dem
Gelaende des Institutes Atommuell von medizinischen und sonstigen
Zwecken gelagert. Eine Bombardierung des Forschungsreaktors wuerde
riesige Mengen Radioaktivitaet freisetzen und zu einer
oekologischen Katastrophe fuehren [Serbian Ecological Society].
Wie real diese Moeglichkeit ist, beweist ein Brief des russischen
Ministers fuer Atomenergie Jewgeni Adamow, in dem er die USA vor
der Bomardierung von Nuklearinstallationen in Jugoslawien warnt
und von einem "Akt des Nuklearterrorismus" spricht [AFP, 27.4.99].

*Moeglicher GAU des AKWs Kozloduy?*

Durch die wiederholten Bombardierungen von Raffinerien in
Jugoslawien bildeten sich auf der Donau Oelteppiche von riesigen
Ausmaszen (bis zu 24 Kilometer lang). Das bulgarische
Atomkraftwerk Kozloduy befindet sich nur 100 Kilometer
fluszabwaerts der serbischen Grenze. Nuklearwissenschaftler, wie
der Brite John Large, befuerchten, dasz ein Oelteppich die
Kuehlwasserszufuhr von Kozloduy stoppen und eine Kernschmelze
hervorrufen koennte. Die sechs Reaktoren beziehen ihr Kuehlwasser
ueber einen sechs Kilometer langen Kanal aus der Donau. Dicke
Oelschichten koennten die Pumpen verstopfen oder die Brandgefahr
erhoehen. Nach Ansicht von John Large bliebe nach Ausfall der
Kuehlung der Reaktormannschaft eine halbe Stunde Zeit, um einen
Super-GAU zu verhindern [Sunday Herald, 25.4.99].
*Anti Antom International /gek.*


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