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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Mittwoch, 14. September 2011; 01:48
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Europa/Asyl:

> Schuesse auf Fluechtlinge

"Mit grosser Bestuerzung habe ich die Nachricht aufgenommen, dass im
Rahmen einer Frontex-Operation offenbar ein Migrant beim versuchten
Grenzuebertritt nach Griechenland erschossen wurde", kommentiert der
deutsche Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Die Linke) eine
entsprechende Meldung tuerkischer Zeitungen und Agenturen vor zwei
Wochen.

Laut dem Bericht habe eine Gruppe von MigrantInnen Ende August
versucht, mit Schlauchbooten den Fluss Meriš, der die Grenze zwischen
der Tuerkei und Griechenland bildet, zu ueberqueren. Dabei wurde von
griechischer Seite das Feuer auf die Boote eroeffnet, moeglicherweise
um sie unbrauchbar zu machen. Ein Migrant wurde dabei in den Ruecken
getroffen, waehrend er noch am Ufer wartete. Vermutet wird, dass die
Schuesse von BeamtInnen abgegeben wurden, die im Rahmen der
Frontex-Mission "Poseidon 2011 Joint Operation" in diesem Gebiet
operieren.

Vergangenes Jahr hatte Frontex erstmals seine "schnellen
Eingreiftruppen" (RABIT) ins Meriš-Gebiet geschickt. Die im Februar zu
Ende gegangene Mission wurde seitdem in die Poseidon-Operation mit
"offenem Ende" ueberfuehrt. Frontex vermeldet hierzu "Erfolge";
demnach sei die Zahl unerlaubter Grenzuebertritte rapide gesunken.
Viele Menschen ertrinken beim Ueberqueren des breiten Flusses, der
zudem regelmaessig Hochwasser fuehrt.

Ganz in der Naehe trafen sich zu gleicher Zeit Hunderte AktivistInnen
im bulgarischen Siva Reka zum No Border Camp, um mit Workshops,
Aktionen und Demonstrationen die EU-Fluechtlingsabwehr zu analysieren
und zu demaskieren. Das No Border Camp lag im Dreilaendereck
Bulgarien-Tuerkei-Griechenland. (Siehe auch Bericht in diesem
akin-pd.)
(Aussendungen Andrej Hunko/akin)
*

Quellen:
http://diefreiheitsliebe.de/freiheit/far-eine-migrationspolitik-ohne-burggraben-mentalitat
http://www.andrej-hunko.de/presse/632-fluechtlingssolidaritaet-statt-toedliches-eu-grenzregime



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