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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 22. Juni 2010; 22:37
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Rohstoffboerse:

> Oel: Brasilien bohrt mit Hochdruck

Greenpeace richtete kuerzlich einen Aufruf an alle AutofahrerInnen,
nicht mehr bei BP zu tanken -- so lange das Oelloch nicht abgedichtet
ist, die von der US-Regierung geforderten zwanzig Milliarden Dollar
nicht auf ein Treuhandkonto ueberwiesen und die Tiefsee-Oelbohrungen
nicht gestoppt sind.

Aber warum nur Protest bei BP? Weil die mit ihrer Bohrung Pech hatten?
Immerhin bohren ja auch andere in der Tiefsee. Und wahrscheinlich ist
es nicht, dass diese Bohrungen sicherer sind. Auf Boersen-Sites wie
"Boerse Online" und "Financial Times Deutschland" (FTD) wird derzeit
eine riesige Investition in brasilianische Off-Shore-Bohrungen
bejubelt: "BOeRSE ONLINE empfiehlt Petrobras-Aktionaeren von ihrem
Bezugsrecht Gebrauch zu machen und die Aktie weiterhin zum Kauf. Die
Bewertung ist niedrig. Waehrend viele Konkurrenten nicht einmal in der
Lage sind ihren Verbrauch auszugleichen, wird Petrobras die Produktion
mit den zukuenftigen Investitionen auf Jahre ausbauen." Umgerechnet 25
Milliarden Euro will sich der staatliche kontrollierte Konzern dafuer
von der Boerse holen, das gesamte Investitionsprogramm von Petrobras
soll fuer die naechsten vierJahre 220 Milliarden betragen. Hintergrund
ist die geplante Ausbeutung des Erdoelfelds "Pr-Sal" vor der
Atlantikkueste Brasiliens -- 800 km soll es lang sein. Das Oel soll in
einer Tiefe von bis zu sieben Kilometern unter dem Meeresspiegel
liegen, bedeckt von einer mehrere Kilometer dicken Salzschicht.

Petrobras will bis 2020 weltweit auch noch etliche andere
Off-Shore-Bohrungen unternehmen -- bislang ist der Konzern in 28
Laendern resp. vor deren Kuesten taetig. Bis dahin will man rund 200
neue Bohrschiffe und -Inseln fertigen lassen. "Die Welt hat gar keine
andere Wahl, als die Tiefsee-Felder zu erschliessen," zitiert FTD den
Finanzchef von Petrobras. Sowas muss er ja sagen, denn nicht nur BP
rinnt hin und wieder ein bisserl was aus: 2001 wurde das
Prestigeobjekt des Konzerns, die damals groesste Oelplattform der Welt
"Petrobras 36", von mehreren Explosionen erschuettert, deren Ursache
ungeklaert blieb. Elf Menschen starben, die Plattform sank und
hinterliess einen riesigen Oelteppich. (diverse/akin)

Quellen u.a.:
http://www.energie-bau.at/index.php/profi/220-milliarden-dollar-fuer-neue-tiefseebohrungen.html
http://www.boerse-online.de/aktie/empfehlung/ausland/:Petrobras--Gewaltige-Kapitalerhoehung/612762.html
http://www.ftd.de/unternehmen/:offshore-plattformen-wie-petrobras-in-der-tiefsee-nach-oel-bohrt/50115355.html



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