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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 25. August 2009; 15:25
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Schweiz/Militarismus:

> Waffenlobby besuchte GSoA

Dass die Industrie NGOs bespitzeln laesst, wird langsam zur
Ueblichkeit. Nachdem der Nahrungsmittelkonzern NestlÚ Attac und die
Atomlobby Greenpeace unterwandert hatten, war jetzt die "Gruppe
Schweiz ohne Armee" dran -- kein Wunder, ist doch fuer den Herbst
dieses Jahres die Volksabstimmung ueber das Verbot des
Kriegsmaterialien-Exports angesetzt. Natuerlich interessiert sich da
die Waffenlobby fuer die GSoA-Strategien.

Und so tauchte im Juni dieses Jahres eine "Studentin der
Politikwissenschaft" bei einem GSoA-Treffen auf. Sie wolle gerne
mitarbeiten und ausserdem fuer ihre Abschlussarbeit zum Thema
Abstimmungskaempfe recherchieren. Und sie schrieb recht fleissig bei
der Sitzung mit.

Irgendwie war den GSoA-AktistInnen die neue Interessentin nicht ganz
geheuer -- aber man wollte nicht paranoid sein und Neuankoemmlinge mit
Verdaechtigungen verprellen.

Doch spaeter stellte sich heraus, die "Studentin" hatte laengst ihren
Abschluss -- und einen Arbeitsvertrag mit der Agentur Farner PR, jener
diskret agierenden Firma, die gerne von der Waffenlobby beauftragt
wird.

Die Zuercher Wochenzeitung WoZ konfrontierte die Dame mit diesen doch
etwas seltsamen Verbindungen. Doch die meinte, sie haette laengst
nichts mehr mit Farner zu tun und haette dieses Arbeitsverhaeltnis bei
der GSoA nicht erwaehnt, weil sie gemerkt habe, dass diese Agentur so
ziemlich als der Hauptfeind der antimilitaristischen NGO in diesem
Abstimmungskampf angesehen werde.

Die Agentur Farner bestaetigt zwar, in Kampagnen gegen "armee- und
wirtschaftsfeindliche" Initiativen aktiv zu sein, verweigert aber
prinzipiell Auskuenfte ueber ihre Klienten sowie ihre konkreten
Aktivitaeten und gab keinen sachdienlichen Kommentar. Nicht so der
Lebensgefaehrte der Nicht-mehr-Studentin. Der, so berichtete die
Wochenzeitung in ihrer aktuellen Ausgabe, war bei der Recherche
zufaelligerweise dem WoZ-Reporter ueber den Weg gelaufen und haette da
auch gleich aus dem Naehkaestchen geplaudert -- natuerlich waere seine
Freundin fuer Farner dort gewesen, aber irgendwie sei das alles nicht
ganz so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt haette. Sie hatte eine
oeffentliche Veranstaltung erwartet und kein internes Treffen, wo sie
sich vorstellen muss.

Spaeter wollte der Freund nichts mehr davon wissen und meinte, er
haette sich da in was verrannt. Also hat die Waffenlobby die GSoA
nicht bespitzeln lassen. Waere ja noch schoener.
(WoZ/akin)



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