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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 18. Maerz 2008; 18:37
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Wien/Kommunal:

> Mariahilfer Verhaberungen

In dieser Stadt gibt es leider Immobilien-Firmen, die immer wieder
fuer Aerger und hoechst dubiose Vorgaenge sorgen. Eine dieser Firmen
faellt vor allem durch monstroese Aufstockungen und Dachausbauten auf.
In der Schoenlaterngasse trieb sie es kuerzlich besonders wild: Ein
historisches Haus wurde um vier Geschosse aufgestockt und das Dach
illegal mit einer irrwitzigen Lueftungsrohr-Konstruktion verunstaltet.

Im Zuge dieses Skandals wurde aufgedeckt, dass der ausfuehrende
Architekt gleichzeitig als Pruefungsingenieur der Bauoberbehoerde das
Projekt genehmigt hatte. Kein Wunder: Schliesslich teilt er auch sein
Buero im sechsten Bezirk mit dem Chef besagter Immobilien-Firma. Das
war selbst fuer Wiener Verhaeltnisse zuviel: Der Herr Architekt wurde
angezeigt und musste in der Bauoberbehoerde zuruecktreten.

Leider ist eben diese Firma auch in Mariahilf hochaktiv. Unter anderem
hatte sie am Dach eines Hauses an der Wienzeile eine riesige
Leuchtreklame mit ihrem Firmenemblem montiert. Illegal, wie sich
herausstellte - die Leuchtschrift musste wieder entfernt werden. Weit
Schlimmeres aber droht nun einem anderen Haus beim Naschmarkt: Dem
Haus Linke Wienzeile 22 (Ecke Girardigasse), in dem sich auch das
bekannte Caf Drechsler befindet.

Das Dach dieses Hauses soll komplett weggerissen und durch riesige
Glaskobeln ersetzt werden. Die Firma hatte sogar schiffsbugartige
Auskragungen ueber die Linke Wienzeile und den Gruenwald-Park geplant.
Der Bauausschuss des Bezirks hat diese Ansuchen aber immer wieder
abgelehnt. Daraufhin hat sich die Firma direkt an die rote Gemeinde
gewandt - und von der Bauoberbehoerde prompt die Genehmigung fuer den
Ausbau erhalten. Tja: Freundschaft verbindet eben.

Um herauszufinden, welches der verschiedenen eingereichten Projekte da
nun genehmigt worden war, habe ich in der Bezirksvertretungssitzung am
13. Maerz eine diesbezuegliche Anfrage an die rote Bezirksvorsteherin
gestellt. Anstatt die Anfrage zu beantworten, spielte sich diese
jedoch als Polit-Kommissarin auf: "Herr Weihs, wo waren Sie am 10. Mai
2007 um 16 Uhr?"

Des Raetsels Loesung: Damals war im Bauausschuss mitgeteilt worden,
dass die Bauoberbehoerde positiv ueber das Bauvorhaben entschieden
hatte - allerdings nicht, wie dieses nun wirklich genau aussieht. Die
(damals gar nicht anwesende) Vorsteherin behauptete jedoch steif und
fest, es waere auch ein genauer Plan des - sicherlich
hochprofitablen - Projekts praesentiert worden.

Mein wahrheitsgetreuer Einwand, dass ich einen derartigen Plan leider
nie zu Gesicht bekommen habe, wurde von der Riege der roten
BezirksraetInnen mit hoehnischem Geplaerre quittiert. Nun, es mag ja
sein, dass diese tatsaechlich mehr als die anderen MariahilferInnen
ueber die geplante Sauerei wissen. Faktum ist allerdings auch, dass
die rote Bezirkskaiserin die Auskunft ueber das von der roten Gemeinde
genehmigte Projekt verweigert - sie wird wohl wissen, warum.
*Richard Weihs, Bezirksrat Gruene Alternative*



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