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akin-Pressedienst.
Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 19. Dezember 2006; 14:17
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Umwelt/Menschenrechte:

> Arktis-Voelker leiden

Bedroht der Klimawandel die indigenen Voelker der Arktis ohnehin massiv, so
stehen viele der 400.00 Ureinwohner aufgrund des einsetzenden Runs auf die
Bodenschaetze der Arktis nun buchstaeblich vor dem Aus. Zu diesem
erschreckenden Fazit kommt die Gesellschaft fuer bedrohte Voelker (GfbV) in
einem 105 Seiten umfassenden Menschenrechtsreport.

Das Recht der indigenen Voelker auf Nahrung und sauberes Wasser, auf
Beachtung ihrer traditionellen Kultur und ihrer Landrechte duerfe nicht
laenger verletzt werden, so die GfbV. Auch muessten Ureinwohner an allen
Entscheidungen, die sie betreffen, angemessen beteiligt werden.

In dem Report dokumentiert die GfbV, wie Erdoel- und Erdgaskonzerne sowie
Bergbau-Unternehmen im gesamten Polargebiet die Rechte indigener Voelker mit
Fuessen treten. In den vergangenen Monaten habe ein beispielloser Run auf
die Ressourcen in der Arktis und Subarktis eingesetzt. So stuenden alle
fuehrenden internationalen Energiekonzerne in der Barentssee foermlich
"Schlange", um von der Ausbeutung der Bodenschaetze zu profitieren. Auch im
Norden und Osten Sibiriens bedrohe die Auspluenderung der Oel- und
Erdgasreserven akut das Ueberleben der Ureinwohner.

Umfassend werden die vielfaeltigen oekologischen, gesundheitlichen,
sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und militaerischen Folgen der
Pluenderung fuer die Inuit, Sámi, Itelmenen, Nenzen und anderen Ureinwohner
der Arktis in dem GfbV-Report dargelegt. So warnt die Menschenrechts-
organisation angesichts einer stetigen militaerischen Aufruestung der Arktis
und einer wachsenden Zahl von Gebietsstreitigkeiten vor neuen Konflikten um
Ressourcen im Polargebiet. Teile der Arktis entwickelten sich mit ihren
gigantischen Atommuelldeponien immer mehr zu Atomkloaken mit unabsehbaren
Folgen fuer die Urbevoelkerung. Ein schwimmendes Atomkraftwerk, das in
Russland im Bau sei, zeige, dass sich die atomare Bedrohung der Arktis
laengst nicht nur auf die unsachgemaesse Lagerung von Atommuell beschraenke.

Der Klimawandel beintraechtige auch die Gesundheit der indigenen Voelker
stark. So sei der Arktische Ozean inzwischen so weit verschmutzt, dass es
fuer die Ureinwohner gefaehrlich geworden sei, rohen Fisch zu essen, was sie
frueher ohne Bedenken tun konnten. Muttermilch sei von Giftstoffen so sehr
belastet, dass Inuit-Frauen in Groenland bereits abgeraten werde, ihre
Kinder zu stillen. In unmittelbarer Umgebung von Foerderstaetten lebende
Menschen wuerden verseuchtes Wasser und vergifteten Fisch zu sich nehmen und
mit Schadstoffen belastete Luft einatmen. Dies fuehre zu Atem- und
Krebserkrankungen, stellt der Report fest. (GfbV/gek.)



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