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akin-Pressedienst.
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Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 29. Oktober 2002; 14:07
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>>> WWWebtips

http://www.wahlkabine.at

Jetzt haben wir also auch unser elektronisches Wahlhelferlein. Wie schon bei
der deutschen Bundestagswahl (dort hiess das http://www.wahl-o-mat.de/)
werden hier inhaltliche Fragen gestellt und nach deren Beantwortung wird dem
Ratsuchenden empfohlen, welche Partei fuer ihn die Richtige waere. Das
Projekt ist nur leider alles andere als wirklich politisch interessant,
bewegt es sich doch beinhart nur entlang jener Diskussionslinien, wie sie
ORF und Kronenzeitung und die anderen Mainstreammedien in ihren Headlines
fuer wichtig befunden haben.

Der Rezensent verlangt ja nun bei so einem Projekt keine subversiven Fragen
la "Glauben Sie, dass Sie mit ihrer Wahl substantiell etwas veraendern
koennten?", aber nett waere es schon gewesen, unter Demokratie ein bisserl
mehr als ein banales Wiederkaeuen zu verstehen. Das, zumal die Site doch
auch von Leuten mit betrieben wird, von denen mehr zu erwarten gewesen
waere: public netbase und die "Gesellschaft fuer politische Aufklaerung".

So fehlen aber Fragen, die andere Parteien als die im Parlament vertretenen,
aufwerfen, wie zum Beispiel die nach der Sinnhaftigkeit von Privatisierungen
(dem Lieblingsthema der KP) oder solche nach direkter politischer
Partizipation (Fussi-Partei "Die Demokraten") voellig. Damit aber stehen nur
folgerichtig auch andere Parteien gar nicht mehr zur Auswahl. Die Betreiber
dazu in einer Aussendung: "Seit Bekanntwerden des Antretens weiterer
Parteien zur Wahl wurde an das politikwissenschaftliche Entwicklungsteam
vielfach der Wunsch gerichtet, die Anzahl der Parteien im Rahmen von
wahlkabine.at zu erweitern. Aufgrund der Methodik und der redaktionellen
Qualitaetssicherung war es jedoch nicht mehr moeglich, das
Bewertungsverfahren auszubauen und in das laufende Projekt einzugreifen."
Der Schmaeh zieht nicht. Zugegeben, die Kandidatur der SLP war nicht
abzusehen, dass aber die KP und das LiF kandidieren wuerden, war nun
wirklich nicht ueberraschend und ihre Positionen waren auch bekannt. Und
selbst der Herr Fussi ist niemand, von dem man sagen koennte, man haette
nicht mit ihm gerechnet. Naja, so laeuft es halt ab: Democracy as usual.

http://wahl.plagi.at

hat zugegebenermassen einen huebschen Titel. Ansonsten ist es eine Site, die
dem WWW noch ganz dringend gefehlt hat. Dort will man naemlich digitales
Abstimmungsverhalten ueben. Wer seine eMail-Adresse angibt, bekommt einen
Schluessel, mit dem er dann am Wahltag elektronisch abstimmen kann --
natuerlich nur schmaehhalber, tatsaechlich muss man natuerlich trotzdem
immer noch sein handgemaltes Kreuzerl in ein Kreiserl auf echtem Papier
setzen. Um ein bisserl Statistik betreiben zu koennen, braucht das Projekt
zumindest 500 Teilnehmende. Die Site ist seit Donnerstag online, der
belustigte Rezensent konnte sich Montag frueh bereits als Teilnehmer Nummer
4 registrieren lassen.

http://www.oesterreicher.org

"versteht sich als Dokumentation von No-Budget Artikulationsformen im Zuge
der oesterreichischen Nationalratswahl am 24.November 2002. Machen Sie mit,
fotografieren Sie verschoenerte Plakate und posten Sie die Bilder." So
stehts am interaktiven Waschzettel. Hier gibt es aehnlich wie schon bei den
letzten WWWebtips Verarschungen von Parteipropaganda. Teilweise witzig, aber
halt wieder nur selber Parteipropaganda, denn boese gezielt wird nur auf
Schwarzblau; niemand macht sich beispielsweise ernsthaft ueber die rotgruene
Hoffnung lustig -- und ein Gewinnspiel gibt es dort auch.

http://www.unitedaliens.at/

Die United Aliens beschaeftigen sich weniger mit den Wahlen. Die haben fuer
sich ein neues Thema gefunden: Ueberwachungskameras im oeffentlichen Raum.
Allein in der Wiener Innenstadt gibt es laut der ausserirdischen Site
zumindest 200 Ueberwachungskameras. Auf der Site gibt es eine Karte mit
allen bisher aufgefundenen. Weitere Infos per Mail:
zork@unitedaliens.at -br-



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