**********************************************************
akin-Pressedienst.
Elektronische Teilwiedergabe der
nichtkommerziellen Wiener Wochenzeitung 'akin'.
Texte im akin-pd muessen aber nicht wortidentisch
mit den in der Papierausgabe veroeffentlichten sein.
Nachdruck von Eigenbeitraegen mit Quellenangabe erbeten.
Namentlich gezeichnete Beitraege stehen in der
Verantwortung der VerfasserInnen.
Ein Nachdruck von Texten mit anderem Copyright
als dem unseren sagt nichts ueber eine
anderweitige Verfuegungsberechtigung aus.
**********************************************************
Aussendungszeitpunkt: 3.4.2001 -15:17
**********************************************************

Kommentar  der anderen/BSE:

> Inkarnierter Eurozentrismus


Eine tolle Idee: Vielleicht hat Europa die Loesung fuer das Problem
des potentiellen BSE-Fleisches, das keiner will, gefunden. Das
ueberschuessige Fleisch sollte in Krisenregionen dieser Welt geschickt
werden. In den letzten Wochen werden wir wieder verstaerkt mit den
Bildern hungernder Kinder in den Fluechtlingslagern der Krisenregionen
afrikanischer Laender via Medien versorgt? Afrika ist wieder praesent
und dient den mehr als satten Europaeern als Spiegel, in dem sie ihr
latent nagendes schlechtes Gewissen klar wie selten erkennen muessen.

Es wuerde eben diesem geplagten Gewissen Linderung verschaffen,
koennten wir hier in Europa mit dem Fleisch, das wir nicht mehr
wollen, wenigstens die notleidenden Kinder auf dem afrikanischen
Kontinent fuettern. Bemerkenswert. Dieses Fleisch wollen die Europaeer
nicht mehr essen. Warum? Weil Sie Angst vor BSE haben. Weil sie der
industriellen Produktion von Nahrungsmitteln seit langem und zunehmend
misstrauen. Und weil der Preis auf dem Fleischmarkt sonst ins
bodenlose fallen koennte. Nun sollen humanitaere und wirt- schaftliche
Argumentationen die Menschen ueberzeugen, dass dieses Fleisch aber
immer noch gut genug fuer hungernde Afrikaner ist. Es ist nicht das
erste Mal, dass Afrika als Entsorgungsort der westlichen Welt benutzt
wird. Alte Kleider, alte Schuhe, ausrangierte EDV-Geraete, abgelaufene
Medikamente, radioaktiver Muell etc. werden seit Jahren
groszherzigerweise auf die afrikanischen Maerkte geworfen - und
stoeren diese nicht unwesentlich.

Allerdings: Hat irgend jemand daran gedacht, auch die Volksver-
tretungen der zu beschenkenden Laender um ihre Meinung zu fragen?
Weisz irgendeiner der zustaendigen Politiker hier im europaeischen
Krisengebiet, was seine Kollegen im Sueden von dieser Idee halten?
Kann irgend jemand nur annaehernd eine partnerschaftliche Kooperation
mit den in Frage kommenden Laendern erkennen? Die Stimme der Afrikaner
selbst konnte man bis dato nicht vernehmen. Sie sind bis jetzt in
dieser Geschichte ungefragt und ungehoert. Wie immer entscheiden
Europaeer an ihrer Stelle. Nordkorea zum Beispiel hat sich zu Wort
gemeldet und WILL es haben. Bis jetzt hat keine offizielle Regierung
Afrikas aehnliches getan.

*Simon Inou (Tribuene Afrikas) (via MUND/gek.)*
**********************************************************
'akin - aktuelle informationen'
wipplingerstrasze 23/20
a-1010 wien
kontakt: bernhard redl
vox: ++43 (0222) 535-62-00
(anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten)
fax: ++43 (0222) 535-38-56
http://www45.gmx.net/v4/derefer?DEST=http%3A%2F%2Fakin%2Emediaweb%2Eat
Bank Austria, BLZ 12000,223-102-976/00, Zweck: akin